Komponentenprüfstände, Einzylinderprüfstände, Transientenprüfstände, Prüfstände für Gasmotoren, oder Außenerprobungsträger - neue Motorengenerationen werden von Tognum-Entwicklern auf Herz und Nieren geprüft, bevor sie in das Motorenprogramm aufgenommen werden. Um der Realität bei den Testläufen möglichst nahe zu kommen, werden die Entwicklungsprüfstände von Tognum schrittweise mit dynamischen Komponenten ausgerüstet. So werden beispielsweise mit Hilfe einer elektrodynamischen Bremse rasche Lastwechsel realitätsgetreu gefahren. Zudem können Temperatur und Luftfeuchtigkeit genau eingestellt werden. Die Dauer der Prüfläufe wurde bis auf 3.000 Stunden ausgedehnt, weil der Gesetzgeber verlässliche Emissionsdaten über die gesamte Lebensdauer eines Motors fordert. Um Aufwand und Kraftstoffkosten zu sparen, haben sich Einzylinder-Prüfstände bewährt. Mit ihnen wird, beispielsweise am Standort Magdeburg, das Brennverfahren auf niedrigste Emissionen und minimalen Verbrauch abgestimmt noch bevor der erste Vollmotor läuft.
Das letzte Glied in der Kette der Entwicklung ist der Außenerprobungsträger. Am Standort Friedrichshafen hat die Tognum-Gruppe neben Gasmotoren auch zwei Dieselaggregate der Baureihen 1600 und 4000 zur Außenerprobung im Praxisbetrieb installiert. Sie erzeugen Dauerstrom und sind damit optimal für Systemtests mit dem neuen Abgasnachbehandlungssystem SCR sowie neuen Motorkomponenten wie dem Lead2-Einspritzsystem von L’Orange geeignet. Um der wachsenden Bedeutung des Gasmotors als saubere Antriebsquelle gerecht zu werden, arbeitet die Gasmotoren-Entwicklung von Tognum intensiv an der Ausweitung des Produktportfolios. Im Juli 2011 wurde dazu am Standort Augsburg ein weiterer Gasmotoren-Entwicklungsprüfstand in Betrieb genommen.
Längst ist die Tognum-Entwicklung nicht mehr nur an den deutschen Standorten Friedrichshafen, Augsburg, Magdeburg oder Glatten zu Hause. So werden Motoren für den amerikanischen Markt in Detroit abgestimmt, im asiatischen Raum ist Tognum mit einem „Engineering Research Center“ im indischen Pune präsent.
Hart am Limit (pdf)
Hitze, Kälte, hohe Wellen oder Erdbeben stellen Motoren vor Herausforderungen. Um sicher zu gehen, dass MTU-Motoren diese bestehen, werden sie unter extremen Bedingungen getestet.